Route Tag 1

Route Tag 1

Ich nutze meinen ersten Reisetag, um ausgiebig in einem Café bei mir zu Hause in Hamburg zu frühstücken und nochmal in aller Ruhe Zeitung zu lesen und den Tag zu genießen. Um 14.00 Uhr werde ich von Vasco abgeholt und wir fahren zum Flughafen.

Abflug in Hamburg

Mit der Lufthansa von Hamburg nach Frankfurt

Der Check-In des Gepäcks bis Lima funktioniert reibungslos, und auch das Boarding klappt prima mit Blick in die Thermosflasche. Beim Gepäck-Check In fällt mir auf, dass ich das Kofferschloss zu Hause vergessen habe, ich muss mir also für die nächsten Flüge noch eines besorgen.

Der Zubringer-Flug von Hamburg nach Frankfurt mit der Lufthansa (Flug Nr. LH021) war recht voll und zu drei Vierteln besetzt mit Business-Fliegern, die sich gleich hinter ihren Financial Times verschanzten.

Neben mir saßen zwei Flugbegleiter der Lufthansa, die Wochenende hatten und nun nach Hause flogen, und die in ihr Fachgesimpel vertieft sind. Anscheinend kennen die beiden sich, und haben sich hier im Flugzeug zufällig getroffen.
Er, (Achtung: fundiertes Vorurteil:) flugbegleitertypisch stock-schwul, berichtet ihr jedenfalls in aller Ausführlichkeit, wie ihm letztens aus seinem Gepäck seine Unterwäsche und seine zwei Original Gucci-Gürtel geklaut wurden. Seine Erschütterung darüber war ihm richtig anzumerken. Der arme… 😉

Pünktlich um 18 Uhr landen wir nach nur 1:05 Stunden Flug in FFM. Selbst für die Stewardessen war der Flug zu kurz, denn wegen des beginnenden Landeanflugs musste der Service unterbrochen werden, bevor bei allen Passagieren die Getränkebecher usw. eingesammelt werden konnten. Ich habe nun 90 Minuten Zeit, bis ich mich mit dem Rest der ROTEL-Gruppe treffen soll. Zwar ist mein Gepäck in Hamburg schon bis Lima durchgecheckt worden, aber ich muss mich hier am Schalter noch um meinen Sitzplatz für die weiteren Flüge kümmern. Also erst mal ran an den TAM-Schalter. Ich bitte den Mitarbeiter darum, einen Gangplatz zu erhalten, damit ich meine Beine ausstrecken kann. Er ist sehr freundlich, und versucht, meinem Wunsch zu entsprechen, ist aber mit dem Buchungssystem wohl noch nicht so vertraut – jedenfalls dauert es einige Minuten, bis etwas passiert, und dann spuckt der Drucker gleich 15 oder 20 Bordkarten auf einen Schlag aus. Eine davon bekomme ich, und mit der Entschuldigung für die Umstände, die ich ihm gemacht habe, ziehe ich davon. Den Rest der Zeit nutze ich für ein Abendessen in einem Thailändischen Imbiss im Flughafen und den Kauf des Kofferschlosses.

Um 19:30 Uhr treffe ich dann am ROTEL-Stand ein, und lerne erst mal Erika aus Thüringen kennen, eine lebenslustige und sehr turbulente Frau, mit Klaus, ihrem Reisebegleiter aus der Nähe von Aachen ebenfalls eine, allerdings rheinische, Frohnatur. Wenn alle aus der Gruppe so lustig sind, wird’s klasse werden. Ich treffe außerdem Thorsten aus Fellbach bei Stuttgart, ein eher ruhiger aber auf den ersten Blick sympathischer 2 Meter großer Sozialpädagoge, der seine zweite ROTEL-Reise mitmacht.

Erika ist 69 Jahre alt und kommt aus Erfurt. Sie ist eine sehr lebenslustige und „vorlaute“ Frau, eine echte Thüringerin, und nie um einen flotten Spruch verlegen. Sie bändelt und schäkert mit allen Männern der Reisegruppe rum – aber letztendlich passiert doch nichts… 😉

Klaus ist ein ebenfalls lebenslustiger Pensionär aus Aachen, der schon mehrere Reisen mit ROTEL gemacht hat. Die Reise, die ihm am besten gefallen hat, und von der er in den höchsten Tönen schwärmt, ist die, die von Norden nach Süden durch Indien führt. Er besitzt eine Wohnung in Kroatien, sowie mehrere Oldtimer, die er hegt und pflegt. Er hat Ilona auf einer der ROTEL-Reisen kennengelernt, und hat die letzten zwei Reisen auch mit Ihr gemacht.

TAM

Unsere TAM-Maschine

 Im Flugzeug, einer Boeing 777, habe ich mit Platz 37C tatsächlich einen Gangplatz bekommen. Der Fensterplatz ist ebenfalls besetzt, aber der Platz zwischen uns beiden ist frei. Sehr angenehm, so können wir beide uns etwas breiter machen und sitzen nicht ganz wie die Sardinen in der Büchse.
Wir fliegen mit Flug Nr. JJ8071. Planmäßiger Abflug ist um 22.05 Uhr, und die Ankunft in Sao Paulo ist für 5.10 Uhr morgens geplant.
Von der TAM habe ich im Vorwege nicht viel gehört, aber man macht sich bei einer brasilianischen Fluggesellschaft schon so seine Gedanken. Alle diese Gedanken werden schon auf dem ersten Flug zerstreut: Der Service ist klasse, schon vor dem Start werden Getränke, Decken, Kissen, und ein kleines Kulturbeutelchen mit Zahnbürste und -pasta, Ohropax, und Hausschuhen gereicht. Das Unterhaltungsprogramm kann von einem LCD-Fernseher in der Stuhllehne des Vordermannes geschaut werden, und es gibt eine große Anzahl an verschiedensten Spielfilmen, Computerspielen, Musiksamplern, Hörspielen usw., die on-demand abgerufen werden können. Ich schaue Wall-E (auf deutsch)…

Zum Essen gibt es Gulasch mit Bohnen, Reis, Salat und eine Mousse Grüner Tee/Limonengeschmack. Alles in allem ist das Essen sehr lecker, besser sogar als das Essen, was uns vor 5 Jahren auf dem Condor-Flug nach Venezuela serviert wurde.

Mit Hilfe der halben Schlaftablette, die ich von einer Freundin erhalten habe, döse ich nach dem Essen und dem Spielfilm langsam weg und kann sogar etwa 5 Stunden schlafen.

Tag 2, 2. April 2010, Freitag: Ankunft in Lima