Route Tag 12

In der Nacht haben sich sämtliche Hunde der Umgebung versammelt, und sich offensichtlich um irgendwas gezankt, jedenfalls haben sie in der Nacht lang und ausgiebig gebellt, so dass einige von uns, unter anderem auch ich, dadurch wach wurden. Aufstehen war trotzdem um 6.30 Uhr. Irgendwie leiden einige der Älteren aus der Gruppe unter seniler Bettflucht, denn meistens beginnt das Gekruschel und Gewurschtel von den ersten schon eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Wecken, weil die dann schon unter die Dusche oder auf Toilette wollen, bevor der große Ansturm einsetzt.

Frühstück gibt’s um 7.30 Uhr, Abfahrt ist dann wie immer eine Stunde später um 8.30 Uhr. Wir fahren heute nach Sucre, wo wir zwei Nächte im Hotel verbringen werden; da wir aber wieder nach Potosi zurückkommen, lassen wir den Hänger hier stehen.

Die Fahrt nach Sucre führt über eine sehr kurvige Straße, die aber immerhin asphaltiert ist. Wir haben auch heute wieder Super Wetter: Sonne, und um die 22 bis 24 Grad.

An einem Feld, auf dem eine Familie arbeitet, halten wir kurz an, und Rita fragt, ob wir kurz bei der Arbeit zusehen und Fotos schießen dürfen. Die Familie ist einverstanden, und so machen wir einen kleinen Stopp und schauen uns die Kartoffelernte an, die nur mit Hacken und einem Ochsenpflug, aber ohne den Einsatz von anderen Maschinen stattfindet.

Auf der Weiterfahrt nach Sucre sehen wir neben uns plötzlich eine Prozession, und Markus hält kurz an und fragt, was dort los ist: Die örtliche Grundschule hat Jubiläum, und so zieht die Dorfgemeinschaft Musik spielend und mit Fahnen geschmückt, die Straße entlang Richtung Schule. Wir werden gleich eingeladen, mit denen zu feiern, aber leider müssen wir ja weiter, so dass wir die Einladung ausschlagen müssen.

Plötzlich treffen wir mitten im nichts auf eine wunderschön gebaute Brücke, die über einen Fluss führt. Was diese Brücke zu bedeuten hat, erschließt sich uns jedoch nicht, denn die Straße führt wenige Meter hinter dieser Brücke auf einer anderen einfachen Betonbrücke über den Fluss…

Sucre Brücke

Ein Kleinod von Brücke

In Sucre angekommen eröffnet Rita uns, dass das Hotel nicht genügend Zweibettzimmer für alle zur Verfügung hat, so dass wir Herren teilweise in Dreibettzimmern schlafen müssen, und die Damen in Vierbettzimmern liegen. Thorsten und ich teilen uns unser Zimmer mit Joachim, was sich als sehr gute Wahl herausstellte, denn Joachim ist sehr ruhig und angenehm, so dass die beiden Nächte mit ihm kein Problem sind.

Auffallend hier in Peru und Bolivien sind die ganzen getunten Autos, die hier zumindest in den Städten fahren. Meist sind es irgendwelche alten Klapperkisten, die mehr schlecht als recht und oft sehr geschmacklos aufgemotzt sind und Riesen-Spoiler, blaue Unterboden-LEDs und blaue Kennzeichenumrandungen haben – über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten…

Bei einem ersten Stadtbummel sehen wir eine Schülergruppe, die auf den Straßen um den Marktplatz ihre in der Schule selbstgebauten Gefährte vorführen. Dafür wird die ganze Straße gesperrt und den Schülern überlassen – eine tolle, bunte „Demonstration“.

Schüler präsentieren ihre selbst gebastelten Gefährte

Laut Rita sind wir eine recht junge Gruppe. Die meisten ROTEL-Gruppen, die sie bisher hatte, waren im Schnitt deutlich älter.

Tag 13, 13. April 2010, Dienstag: Sucre