Route Tag 14 bis 16

Route Tag 14 bis 16

Aufstehen ist heute um 6 Uhr, Frühstück (wieder nur Brot mit Marmelade und etwas Obst) dann um 7 Uhr, und Abfahrt ist gegen 8 Uhr. Die nächsten zwei Tage werden Fahrtage werden, während denen wir nicht viel zu sehen bekommen. Zunächst geht es auf der Strecke, auf der wir nach Sucre gefahren sind, wieder zurück nach Potosi, um dort den Anhänger anzuhängen. Weiter fahren wir aus Potosi raus in Richtung Süden, und schon kurz hinter Potosi geht die Straße in eine Schotterpiste über. Die Piste ist in einem sehr schlechten Zustand, und es ist unheimlich staubig und dreckig. Aber wir haben dennoch Glück: Hätte es in den letzten Tagen geregnet, hätten wir nun eine Schlammpiste vor uns und würden wesentlich langsamer und beschwerlicher vorankommen als jetzt. Neben der Straße wird aber bereits an einer asphaltierten Strecke gearbeitet, so dass spätestens in ein oder zwei Jahren hier alles asphaltiert ist und man deutlich flüssiger durchkommen wird.

Potosi Silberberg 2

Ein letzter Blick auf den Silberberg von Potosi

Wenn die Fahrt so weitergeht, werden wir am Freitag an der bolivianisch-argentinischen Grenze ankommen. Am heutigen Tag haben wir einen Wetter-Mix, der seinesgleichen sucht: Wir haben Sonne, Wärme, aber auch Regen, und auf einer Anhöhe sogar einen ganz leichten Graupelschauer.

Die Flora wird deutlich karger, und neben der Straße sehen wir mehr und mehr Säulenkakteen, die sich in diesem Klima hier wohlfühlen. Dafür geht der Rest der Vegetation langsam zurück.

Unser Lager haben wir heute in freier Natur aufgeschlagen. Zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, denn es gibt nur wenig Licht in den Kabinen (und das Licht reicht auch nicht die ganze Nacht, so dass wir morgen ohne Licht aufstehen müssen). Abends laufen wir alle mit unseren Taschenlampen und Stirnlampen rum, außerdem nutzen wir Männer die Zeit zwischen dem Aufbau des Anhängers und dem Essen (Linseneintopf mit Würstchen) zum Holzsammeln, und so haben wir abends ein sehr schönes und großes Lagerfeuer, um das wir noch lange herum sitzen. Damit wir die Essensvorbereitungen im Tageslicht abschließen können, ist schon so gegen 17 Uhr Fahrtende, und gegessen wird schon gegen 18 Uhr. Wir befinden uns hier in unserem Lager auf 3200 m Höhe.

Karl: Aus Leipzig, ein etwas schrulliger weißhaariger Mann, der an Bluthochdruck leidet und deshalb gestern mit Rita spät abends noch zum Arzt musste, weil sein eines Bein angeschwollen ist und er durch die Höhe ein Ödem dort hat. Der Arzt rät ihm zur Schonung, und sobald wir in niedrigere Gefilde kommen, wird das Bein schon besser werden. Man wird sehen…

Heinrich und Hannelore: ein Paar aus Österreich, am Bodensee lebend. Beide Rentner. An sich sehr sympathisch, aber ähnlich wie Amir immer vorne dabei und auf den eigenen Vorteil bedacht, was das Zusammensein mit den beiden manchmal etwas anstrengend macht.

Hubert: Ein lebenslustiger Mann aus Regensburg, ca. 65 Jahre alt, der auch immer gut drauf ist, über den es aber nicht viel zu berichten gibt.

Gerda: Rentnerin, mit 72 Jahren die Älteste in unserer Gruppe (Amir ist mit 78 Jahren der Älteste). Hat schon zig Reisen mit ROTEL mitgemacht und weiß und kennt alles – und kommentiert auch alles, gefragt und ungefragt. Aber dennoch: immer mit hilfreichen Tipps bei der Seite, wenn man ein Problem hat. Aber sobald etwas nicht ganz 100% regelkonform läuft, oder sie etwas auszusetzen hat, wird sie anstrengend; außerdem ist ihr Glas immer halb-leer und nie halb-voll.

Margot: Münchnerin, ebenfalls sehr weit gereist, zunächst mit ihrem Mann zusammen, und nun auf Grund der Knieprobleme ihres Mannes alleine unterwegs. Sie ist manchmal zwar etwas tüddelig, aber sehr patent und im ROTEL meine „Untermieterin“, da sie in 6 Mitte „wohnt“. Wir verstehen uns die meiste Zeit der Reise blendend, nur zum Schluss hin gibt es eine kleine Meinungsverschiedenheit, die wir aber nach 2 Tagen Funkstille ausräumen können.

Amir: Aus der Türkei angereist, immer am Vordrängeln, immer vorne dabei. Sehr ruhig, aber mir nicht sehr sympathisch. Wegen seiner nicht allzu guten Deutsch.Kenntnisse ist die Verständigung auch etwas schwierig.

Willi: ein etwas eigentümlicher „Waldschrat“, der zwar sehr ruhig ist, aber auch immer was zu meckern hat, und das dann in seinen nicht vorhandenen Bart grummelt.

Tag 15, 15. April 2010, Donnerstag: Im Hochland von Bolivien