Route Tag 14 - 16

Route Tag 14 – 16

Das merken wir auch am nächsten Morgen, denn es ist mit ein paar Grad über dem Gefrierpunkt bitterkalt, so dass die Butter und die Brötchen angefroren sind. Entsprechend schnell ging das Frühstück auch über die Bühne. Nur der Kaffee und der Tee für die Thermosflasche können uns ein wenig wärmen. Markus hat immer eine ganze Batterie an Teesorten im Wagen, darunter natürlich den Coca-Tee, aber auch schwarzen, grünen, Ananas, Früchte, Kräuter, usw.

Aufstehen ist heute um 6 Uhr, Frühstück dann um 7, und Abfahrt schon um 7.50 Uhr. Die Kälte und die zunehmende Routine beim Auf- und Abbauen sorgen dafür, dass wir schon vor der Abfahrtzeit fertig im Bus sitzen.

Während des Frühstücks macht Rita uns noch darauf aufmerksam, dass wir alle unsere Reisepässe mitnehmen, denn wir kommen heute an die bolivianisch-argentinische Grenze. Wir sind kaum eine Stunde unterwegs, da fällt Margot auf, dass sie ihren Reisepass doch nicht bei sich hat, sondern dass er warm und trocken im Anhänger in der Drei-Tages-Tasche liegt. Wir mussten also kurz vor der Grenze anhalten und den Anhänger öffnen. Alles in allem hat der Stopp keine 10 Minuten gedauert, aber ihr war das so peinlich und unangenehm, dass ihr die Tränen kamen und sie fix und fertig war. Abends gibt sie uns allen dann einen Wein als „Wiedergutmachung“ aus. Aber so konnten wir auch das Fenster von Beate schließen, was während der ersten paar Stunden offen stand und ihre Kabine in eine Staublandschaft verwandelt hat. Schon an der Grenze von Peru nach Bolivien musste Margot einmal außerplanmäßig an den Koffer, weil dort der Reisepass drin lag, und sie hat sich fest vorgenommen gehabt, dass das nicht wieder vorkommt… Nun ja!

Auf halber Strecke fahren wir an einem Friedhof vorbei. Rita hat uns ja verboten, die Friedhöfe zu betreten oder offen zu fotografieren, weil sich die Einheimischen dadurch gestört fühlen, aber wir können nun kurz aus dem Bus heraus ein paar Fotos machen.

Friedhof

Ein Friedhof

Die Grenzformalitäten selbst gingen dann recht zügig, nach 70 Minuten war alles erledigt. An der Grenzstation stand auch eine Honda Varadero aus Lippstadt, und der Fahrer war gerade mit den Grenzformalitäten für die Fahrt von Argentinien nach Bolivien beschäftigt. Leider durfte man an der Grenze nicht fotografieren, und der Fahrer war auch nicht zu sprechen, aber ich hoffe, er hat noch viel Spaß auf seiner Fahrt gehabt.

In Argentinien gehen die Uhren eine Stunde vor.

In der argentinischen Grenzstadt La Quiaca machen wir Mittagspause, und wir gehen in die nächstbeste Churrasceria, um ein schönes argentinisches Steak zu essen. Für 34 Peso (= ca. 7 EUR) gibt es ein Churrasco mit Pommes und einem großen Bier – sehr lecker, nur das Steak ist ein wenig durch.

Steak

Direkt hinter der Grenze das erste argentinische Steak

Aber ich denke, das wird noch besser werden. 😉 Wir teilen uns mehrere Flaschen Bier, und Heinrich schenkt die erste Flasche reihum ein. Wie es sich eigentlich gehört, will er zunächst den anderen und dann sich selbst einschenken. Da meint Hannelore zu ihm, „schenke Dir doch zuerst ein!“. Nun, Höflichkeit siegt – anscheinend will sie nicht nur während der Reise ganz vorne dabei sein, sondern sogar auch beim Glas Bier.

Schon um 15.20 Uhr kommen wir an unserem Campingplatz in Humahuaca an. Der Campingplatz ist relativ klein, und es gibt warmes Wasser nur morgens und abends. Waschen kann man sich an zwei Waschbecken, die unter freiem Himmel an einer Wand angebracht sind, Duschen und Toiletten sind in einem kleinen Häuschen und recht sauber, aber auch teilweise kaputt.

Wir besuchen das Befreiungsdenkmal von Humahuaca. In dieser kleinen Stadt mit gerade mal 15.000 Einwohnern so ein großes Denkmal? Es ist das Denkmal für die Helden der Unabhängigkeit und ist der argentinischen Nordarmee gewidmet, die hier gegen die Spanier gekämpft hat. Es wurde 1950 errichtet. Der Altar und die Verkleidung des Inneren der Kirche „Nuestra Senora de la Candelaria“ ist aus Kaktusholz gebaut und wirkt wirklich sehr beeindruckend; leider war aber auch hier wieder das Fotografieren verboten…

Humahuaca liegt in der Provinz Jujui, die im äußersten Nordwesten Argentiniens liegt. Hauptstadt ist San Salvador de Jujui, wo wir morgen übernachten werden. Die Provinz hat mehr als 600.000 Einwohner, und wurde seit dem 13. Jahrhundert von den Inkas erobert und regiert, und bereits seit vorchristlicher Zeit von den Omaguaca-Indianern bewohnt. Humahuaca liegt am nördlichen Rand der Quebrada de Humahuaca, die sich bis San Salvador de Jujui zieht. Rita verspricht uns für morgen somit auch beeindruckende Naturschauspiele. Lassen wir uns überraschen!

Humahuaca ist ein sehr schönes und (zu dieser Jahreszeit) verschlafenes Städtchen, das scheinbar vom Tourismus lebt. Die Innenstadt ist sehr schön erhalten und voll mit Kolonialbauten, und auf den Treppenstufen zum Befreiungsdenkmal verkaufen fliegende Händler bunte Tücher, Souvenirs, und viel Nippes aus Kaktusholz. Alles sehr schön anzusehen, aber was wird der deutsche Zoll zu diesen Dingen sagen?

Guten einheimischen Wein bekommt man hier schon für 10 bis 15 Peso pro Flasche – und der Wein schmeckt ganz hervorragend. Zum Abendessen hat Markus uns halbe Hähnchen bestellt. Dazu gibt es Kartoffelpüree und einen Gurkensalat. Nach dem Abendessen gehen wir mit einer größeren Gruppe dann noch in eine kleine Kneipe, in der zwei Musiker Live-Musik spielen. Die Atmosphäre ist sehr nett und entspannt, und erst zu späterer Stunde schlendern wir wieder zurück zu unserem Campingplatz. Die Nacht wird dann recht unruhig, denn heute ist Freitag, und somit beginnt das Wochenende, und in der Disko neben dem Campingplatz ist bis spät in die Nacht richtig Action. So ist an Schlaf auch mit Ohropax nur schwer zu denken.

Tag 17, 17. April 2010, Samstag: Über San Salvador de Jujui nach Salta & „La Linda“