Die Nacht ist sehr anstrengend: die Wärme staut sich in der Kabine, und wie auch bei uns ist es Freitags in den Diskotheken noch ruhiger, und Samstags steigt die Party erst recht. So auch hier, so dass die zweite Nacht in Folge nur wenig Schlaf zu bekommen ist. Nachdem die Disko dann vorbei war, haben die Jugendlichen alles aus ihren Autos und Motorrädern rausgeholt und sie ordentlich aufgedreht – ein „Ohrenschmaus“. Dennoch ist Frühstück um 8 Uhr, und Abfahrt um 9 Uhr. Paul kam von seiner Sauftour mit Jan morgens um 4 Uhr zurück; Jan selbst fuhr erst gegen 7 Uhr mit dem Taxi vor. Entsprechend sehen die beiden heute auch aus. Jan bleibt heute auf dem Campingplatz und fährt nicht mit in die Stadt. Da Markus aber nicht den Anhänger den ganzen Tag offen stehen lassen will, kann Jan sich auch nicht ins Bett legen, sondern bekommt nur eine Biertischgarnitur hingestellt.

In Salta schauen wir uns zunächst die Kathedrale an. Anschließend gehen wir zum San Bernardo, dem Stadtberg von Salta, und kommen an der sehr schönen Kirche San Francisco sowie am Convento de San Bernardo, einem Kloster, vorbei. Das Haupttor des Klosters wurde 1762 von indianischen Künstlern geschnitzt.

Auf dem Weg zur Seilbahnstation kommen wir noch zufällig an einem Wohnhaus eines Freundes von Rita vorbei, der Antiquitätensammler ist. Er zeigt uns stolz seine aufwändig gestaltete Wohnung, die ein wenig wie ein Museum aussieht.

Salta 5

Eine Wohnung in Salta

Mit der Seilbahn fahren wir auf den Berg hinauf. Dort oben ist ein kleiner Park eingerichtet, durch den ein künstlicher Wasserlauf mit einem kleinen Wasserfall läuft.Sehr idyllisch, und sehr entspannend – außerdem hat man von hier oben einen sehr schönen Blick auf die 500.000-Einwohner-Stadt. Nach der Rückfahrt hinab schlendere ich noch etwas durch die Stadt und komme an einem kleinen Park vorbei, auf dem gerade ein Volksfest stattfindet: Überall sind kleine Buden aufgebaut, in denen man kleine Snacks zu essen bekommt, auf einer Bühne wird Musik gemacht, und an den Marktständen in der Nähe gibt es allerlei Kleinigkeiten zu kaufen. Auf dem Marktplatz setze ich mich noch in ein Café und faulenze ein wenig bei angenehmen 30 Grad, bis um 16.30 Uhr der Bus wieder zu unserem Campingplatz zurück fährt.

Zurück am Campingplatz bauen wir zunächst den Anhänger wieder auf. Jan hatte im Laufe des Tages Freundschaft mit unseren Nachbarn geschlossen und saß nun mit denen am Tisch und trank Bier, deswegen konnte oder wollte er uns auch nicht beim Aufbauen helfen, sondern beschränkte sich aufs Zusehen.

Leider können wir die Grillstelle hier nicht benutzen, so dass wir heute keine Steaks grillen können, aber Markus verspricht uns, dass wir noch hervorragende argentinische Steaks bekommen werden. Ich bin gespannt! Stattdessen essen wir heute Gulasch, aber auch das schmeckte sehr gut. Markus kann wirklich lecker und abwechslungsreich kochen.

Auch Rita hat es nun erwischt, und sie ist etwas krank geworden. Deswegen isst sie nicht mit uns zu Abend, und schläft auch nicht im ROTEL, sondern hat sich ein Hotelzimmer genommen, um einmal richtig ausschlafen und entspannen zu können.

Auch diese Nacht ist die Wärme schon sehr heftig, aber immerhin ist die Disko heute geschlossen, und so lässt es sich etwas entspannter schlafen als die Nächte zuvor.

Tag 19, 19. April 2010, Montag: Durch den Quebrada de Cafayate