Route Tag 21

Wecken ist heute wie immer um 7 Uhr, Frühstück um 8, und Abfahrt um 9 Uhr. Auch heute morgen ist Margot noch komisch zu mir, und sehr wortkarg. Ich habe wirklich keine Ahnung, was ihr über die Leber gelaufen ist. Laut Gerda soll ich irgendeinen Satz gesagt haben, der ihr sauer aufgestoßen ist. Keine Ahnung, was das gewesen sein soll.

Gestern Abend hat es, als ich im Bett lag, noch richtig angefangen zu Schütten, und die ganze Nacht hat es dann weitergeregnet, wenn auch nur leicht. Heute morgen ist es zwar wieder trocken, aber durch den Regen ist die Luft nicht mehr ganz so drückend, sondern etwas angenehmer als gestern. In Tucuman gibt es eine große Fußgängerzone, aber sonst nicht viel sehenswertes außer dem Präsidentenpalast des Provinzpräsidenten.

So langsam scheint der Lagerkoller tatsächlich um sich zu greifen, denn nun gibt es zwischen Victor, Dagmar und Karl Diskussionen um die hintere Bank. Hier hat sich Karl seit ein paar Tagen niedergelassen, weil er sein Wasser-Bein schonen und hoch legen sollte, aber seit ein paar Tagen sitze er ganz normal und legt das Bein nicht hoch, und nun möchte Victor seinen Platz wiederhaben. Eigentlich ein durchaus richtiges Anliegen, aber das sagt er in einem Ton zu Karl, dass es da überhaupt keine Missverständnisse gab und er die Bank sofort räumt. Das alles wird aber nicht nur untereinander geregelt, sondern natürlich muss dann auch noch Rita von Victor eingeschaltet werden. Als wäre man ein kleines Kind, was seine Angelegenheiten nicht alleine regeln könnte. Herrlich…

Mittagessen gibt es in Termas de Rio Hondo, das direkt neben dem gleichnamigen Stausee liegt. Termas de Rio Hondo hat ca. 28.000 Einwohner und ist die Hauptstadt des Departemento Rio Hondo. Auf Grund der Thermalquellen befinden sich ind er Stadt zahlreiche Thermalbäder und Spa-Hotels. Der Stausee staut den Rio Dulce, der der wichtigste Fluss der Region ist.
Am Nachmittag sind wir in Santiago del Estero angekommen, der ältesten Stadt Argentiniens, gegründet 1554. Der Campingplatz in Santiago del Estero, auf dem wir übernachten, hat noch schlimmere sanitäre Einrichtungen als der gestern in Tucuman, deswegen wird das Duschen heute auch wohl ausfallen.

Rio Dulce

Der Stausee des Rio Dulce

Zum Abendessen gibt es Gemüsesuppe mit Würstchen. Wieder sehr gut gewürzt und lecker von Markus gekocht.

Santiago del Estero ist eine recht unspektakuläre Kleinstadt mit dem typischen Plaza Mayor und den üblichen Geschäften in der Fußgängerzone. So still und einsam diese Fußgängerzone nachmittags während unserer Besichtigung sich darstellt, so quirlig ist die Stadt am Abend, als Thorsten und ich uns noch in die Stadt aufmachen, um ein wenig zu bummeln und das Abendleben zu genießen.
Leider fängt es auf unserem Rückweg an, wie aus Eimern zu schütten und wir kommen pitschnass am ROTEL an. Aber wenigstens hält der Regen die Mücken fern. 😉

Margot meint heute, als ich Sie konfrontiere, dass ich irgendwann zu ihr gesagt hätte, sie wäre lästig und würde sich überall aufdrängen. Ich habe keine Ahnung, wann ich das gesagt haben soll, zumal ich das überhaupt nicht so empfunden habe, habe mich aber nun in aller Form bei Ihr entschuldigt. Ich hoffe, dass das Problem somit nun aus der Welt geräumt ist.

Heute habe ich drei Paar Schuhe gefunden, die ich natürlich gleich kaufen musste. Somit habe ich meine persönlichen „Andenken“ von der Reise auch gefunden.

Tag 22, 22. April 2010, Donnerstag: Durch das Chaco nach Machagai