Route Tag 22 und 23

Aufstehen ist um 7.15 Uhr, Frühstück um 8 Uhr, und Abfahrt um 9 Uhr.

Heute gibt es zum Frühstück wieder ein gekochtes Ei und Müsli – sehr lecker.

Es hat die ganze Nacht geregnet, immer wieder etwas mehr oder etwas weniger. Dementsprechend ist es heute auch etwas frischer als in den letzten Tagen und als zu dieser Jahreszeit eigentlich üblich. Rita hat uns schon angekündigt, dass heute und morgen reine Fahrtage angesetzt sind, die nur durch kurze Fotostopps unterbrochen werden, und ohne irgendwelchen großartigen kulturellen und mit nur wenigen landschaftlichen Highlights.

Am Straßenrand sehen wir aber immer wieder Ton-Häuser, die zur Köhlerei verwendet werden, nun aber nicht im Betrieb sind.

Köhler

Köhler-Hütten

Mittags halten wir in Quimili, einem kleinen Nest, das nur eine Tankstelle, ein schrummeliges Restaurant und einen noch schrummeligeren Imbiss bietet. Rita meint zwar, dass man in dem Restaurant ganz vernünftig essen kann, aber der Anblick von außen und von innen lässt Thorsten und mich von einem Essen dort abschrecken. Stattdessen gibt’s einen Café con Leche – dort aber sehr speziell zubereitet, nämlich mit aufgeschäumter Kondensmilch. Widerlich…

Margot meint heute zu mir, dass man mir nicht anmerken würde, dass ich ROTEL-Neuling bin, denn ich hätte mich total in die Abläufe integriert. Mir macht das ROTEL-Leben auch Spaß, und die ganzen Arbeiten, die in und um das ROTEL anfallen – Hänger auf- und abbauen, gelegentlich mal hierbei und dabei helfen – gehen mir gut von der Hand und machen auch nicht zu viel Mühe.

Nachmittags fahren wir durch das Chaco – weite Ebenen mit riesigen Soja-Feldern, schnurgeraden Straßen und wenigen Bäumen. Hier und da gibt es auch Baumwollplantagen, und wir halten neben einer Plantage an, und können uns mal Baumwollsträucher anschauen.
Abends kommen wir an ein Hotel, neben dem wir übernachten werden. Für die Duschen und Toiletten wurden zwei Zimmer gemietet: Eines für die Herren, und eines für die Damen. Endlich wieder eine ordentliche und heiße Dusche – wunderbar. Abendessen wird es auch im Hotel geben, die ROTEL-Küche bleibt also geschlossen. Das Frühstück morgen gibt es zwar aus der ROTEL-Küche, aber wir dürfen es im Speiseraum essen, müssen also nicht die Bierbänke hervorholen. Zum Abendessen gibt es Wiener Schnitzel mit Pommes. Ich liebe zwar Pommes, aber so langsam hängen sie mir zum Halse heraus und ich kann sie nicht mehr sehen… Als Nachtisch gibt es dann Vanille-, und Schoko-Eis, welches mit Schokolade überzogen ist.

Die Fahrt hierher nach Machagai war in der Tat, wie von Rita angekündigt, sehr unspektakulär. Weite Felder, kaum Highlights. Auffällig ist, dass es innerhalb von Brasilien unheimlich schwer ist, an Bargeld zu kommen. Bei Abhebungen am Automaten wurden mir zwischen 10% der abzuhebenden Summe und 15 Peso an Gebühren berechnet, und Wechselstuben gibt es nicht. Geldwechsel muss in der Bank erfolgen, wenn dort überhaupt gewechselt wird; und dieser Wechsel ist nur mit Ausweis möglich. Außerdem müssen die Dollarscheine tiptopp in Ordnung sein. Ein Eselsohr oder Knicke und Falten führen dazu, dass die Scheine nicht von der Bank angenommen werden. Euros werden hier in Argentinien noch schwerer und weniger gerne genommen wie Dollar.
Auch beim Kauf auf Kreditkarte ist immer ein Ausweis erforderlich, und dessen Daten werden beim Kauf in der Registrierkasse erfasst.

Tag 23, 23. April 2010, Freitag: Von Argentinien nach Paraguay