Route Tag 27

Aufstehen um 6.15 Uhr, Frühstück um 6.45 Uhr, und Abfahrt schon um 7.45 Uhr. Bevor wir aber abfahren, müssen wir noch die Betten abziehen und unser ROTEL-Geschir zurückgeben. Zum Frühstück gibt es dann nochmal Brötchen mit Wurst und Käse, dazu Saft, Kaffee und Tee.

Die Fahrt zum Flughafen geht recht schnell, und auch das Einchecken klappt prima. Ich habe sogar nur 20,8 kg Gepäck, liege also nur knapp über dem Limit von 20 kg. Unsere Maschine nach Rio (Flug Nr. JJ 3186) hat ungefähr 20 Minuten Verspätung, und auch nach dem Boarding stehen wir noch einige Zeit auf dem Flugfeld, bis wir endlich starten können. Wir fliegen mit einem Airbus A320. Planmäßig hätte der Flug gegen 9:30 Uhr starten sollen, und um 11:25 Uhr wären wir in Rio gewesen.

Unser Airbus. der uns nach Rio de Janeiro bringen wird.

Um Punkt 12 Uhr landen wir dann in Rio de Janeiro, und sind dem Regenwetter offensichtlich davongeflogen, denn es ist heiter. Das Klima ist hier generell etwas angenehmer, denn in Iguacu hatten wir recht hohe Luftfeuchtigkeit – einerseits wegen der Regenfälle, andererseits aber generell schon, so dass wir permanent Kondenswasser im ROTEL-Anhänger hatten.

Am Flughafen beginnen wir direkt mit der Stadtrundfahrt, während unser Gepäck mit einem zweiten Bus zum Hotel gebracht wird. Nach dem Stadtrundgang mit dem Besuch des ehemals größten Stadions der Welt, dem Maracaña-Stadion, das früher bis zu 200.000 Zuschauer fasste, nun aber nach Renovierungen und wegen gestiegener Sicherheitsanforderungen „nur“ noch 88.000 Plätze bietet, sowie der Straße, in der der jährliche Karneval von Rio stattfindet (dem sogenannten Sambódromo mit ebenfalls um die 88.000 Zuschauerplätzen, in dem die Parade jeweils um 21 Uhr beginnt und um die 10 Stunden dauert), ist der Höhepunkt des Tages die post-moderne Kathedrale Rios. Die Catedral de São Sebastião do Rio de Janeiro wurde 1979 fertiggestellt. Sie hat eine Höhe von 96 Metern und einen Durchmesser von 106 Metern. in dieser Kathedrale, in der das Kreuz an Stahlseilen aufgehängt mitten im Kirchenraum schwingt, haben bis zu 20.000 Menschen Platz. Danach wird die Stadtrundfahrt mit der Fahrt auf den Zuckerhut fortgesetzt. Zwar wurde das Wetter im Laufe des Nachmittags immer schlechter, obwohl wir in der Mittagszeit in der Stadt so um die 35 Grad hatten, und in den letzten Minuten unseres Besuches auf dem Zuckerhut nieselt es auch ganz leicht, aber dennoch ist der Blick von dort oben toll, und besonders, nachdem die Dämmerung einsetzt und die ganze Stadt beleuchtet ist,bietet sich uns ein spektakulärer Blick über die Stadt und ihre Strände.

Die Fahrt mit der Seilbahn auf den Zuckerhut wird in zwei Etappen bewältigt; erst geht es auf einen Hügel, der dem Zuckerhut vorgelagert ist. Die Zwischenstation befindet sich in 226 m Höhe. Mit einer zweiten Seilbahn fahren wir auf den 395 m hohen Zuckerhut selbst. Jede Gondel der Seilbahn kann 65 Personen fassen. Die heutige Seilbahn wurde 1972 eröffnet. Sowohl die Zugseile als auch die Kabinen wurden seitdem bereits einmal getauscht. Dort oben auf dem Zuckerhut haben wir dann etwa 90 Minuten Aufenthalt, und ich genieße diesen wundervollen Blick und die Ruhe und Besinnlichkeit, die ich hier trotz der Besucher um mich herum empfinde, und lasse die Reise nochmal innerlich Revue passieren.

In der Stadt sind auffällig viele Frauen leicht bekleidet, und viele Männer mit freiem Oberkörper unterwegs – und die meisten können es sich auch erlauben… 😉

Unser Hotel, das Lancaster Othon Travel, liegt direkt an der Copa Cabana, und unser Zimmer ist riesig, mit zwei King-Size-Betten, einem großen Bad, Klimaanlage und endlich wieder einer Dusche mit heißem Wasser, das quasi unbegrenzt und in jeder gewünschten Temperatur aus dem Hahn sprudelt: Wunderbar!
OK, dafür war die Toilette verstopft und fließt nur langsam (und am nächsten Tag gar nicht) mehr ab, aber irgendwas ist ja immer… 😉

Gerda wird wirklich immer wunderlicher und nerviger. Man kann es ihr wirklich nicht mehr rechtmachen und an allem hat sie was auszusetzen. Nun sind wir Ihrer Meinung nach zu spät zum Zuckerhut gefahren, weil das Wett

Unser Hotelzimmer in Rio de Janeiroer sich im Laufe des Tages immer weiter verschlechterte. Auch Joachim ist der Meinung und brabbelt etwas zum lokalen Reiseleiter, und ich muss mich langsam zusammennehmen, damit ich denen nicht einen bissigen Kommentar erwidere. Davon abgesehen, dass die Reihenfolge der Besichtigungen sich schon geografisch anbietet, weil der Zuckerhut vom Flughafen aus hinter der Stadt liegt, und der Verkehr so dicht ist, dass jeder Umweg ewig dauert, finde ich die Eindrücke während des Sonnenuntergangs beeindruckend und bin froh, nicht „nur“ tagsüber auf dem Zuckerhut gewesen zu sein.

Abendessen nehmen wir heute Abend im Restaurant des Hotels ein. Es gibt ein kaltwarmes Buffet mit verschiedenen Fleischsorten, darunter Steaks und Geschnetzeltes, Reis, leckeren Nudeln mit Knoblauch, Röstkartoffeln, Gemüsen, Nachtischen wie Flan, „Romeo und Julia“ (= Pecorino-ähnlicher Käse mit gelierter Fruchtmarmelade) und Salaten, dazu trinken wir ein Glas Bier. Leider ist der Speiseraum auf Kühlschranktemperatur heruntergekühlt und die Klimaanlage zieht wie Hechtsuppe, so dass ich ein wenig friere, aber dennoch ist das Essen dort lecker und gut.

Rita teilt uns mit, dass wir auf dieser Reise fast auf den Kilometer genau 5000 km mit dem ROTEL-Bus gefahren sind, dazu kamen dann noch etwa 650 km mit den anderen Bussen.

Nach dem Essen gehen Thorsten und ich noch an der Copa Cabana entlang. Rita warnte uns zwar davor, noch groß rauszugehen, weil hier ständig mit Überfällen zu rechnen ist, aber auf der Straße war nicht viel los, und später fängt es auch wieder an zu regnen, und die Menschen verkriechen sich erst recht in ihre Wohnungen. Außer uns sind nur ein paar unauffällige Spaziergänger und Jugendlichen unterwegs, aber niemand, der auf den ersten Eindruck hin jedenfalls gefährlich oder bedrohlich aussieht.

Heute ist Margot bald zur Amok-Läuferin geworden, denn sie wollte heute beim Abendessen Ihr Bier bezahlen, und Gerda mischte sich ein, weil Margot ihr Geld nicht gleich gefunden hatte, oder in der falschen Währung bezahlen wollte. Prompt involvierte Gerda auch noch Rita, obwohl Margot alles schon mit dem Kellner geklärt hatte. Durch Gerda und Rita wurde die Verwirrung dann endgültig komplett, weil Gerda ihr Halbwissen an Rita weitergab, und Rita nun versuchte, die Situation zu klären, die schon lange geklärt war. Man sah förmlich, wie Margot der Kragen fast platzte.

Tag 28, 28. April 2010, Mittwoch: Rückreise nach Deutschland