Route Tag 28 und 29

Aufstehen gegen 7.30 Uhr, Frühstück um 8 Uhr.

Das Frühstück gibt es ebenfalls wieder im Hotel: Ein gutes Frühstücksbuffet mit allem Drum und Dran. Gestern hat uns unser lokaler Guide angeboten, für heute eine Fahrt zum Cocovado und zur Jesusstatue zu organisieren. Da dieser Ausflug aber nicht inklusive ist, sondern von uns bezahlt werden müsste, hätten wir uns gestern abend schon entscheiden müssen, ob wir die Fahrt mitmachen wollen oder nicht. Wäre heute der Jesus in Wolken, oder ist die Straße auf den Cocovado wegen der Regenfälle und Überschwemmungen unpassierbar und gesperrt, hätten wir den Bus trotzdem zahlen müssen. Thorsten und ich haben dazu keine Lust, und verzichten deshalb darauf, wie auch der Rest der Gruppe, so dass dieser Ausflug ersatzlos gestrichen wurde. Man merkt, dass wir alle nun langsam etwas reisemüde werden und voll mit Eindrücken sind.

Thorsten und ich sind heute morgen stattdessen an der Copa Cabana unterwegs und gehen weiter zum Ipanema- und La Blanche-Strand. Die Copa Cabana ist ca. 4 km lang und wird auch „Princesinha do Mar“ (Kleine Meerprinzessin) genannt. Ein sehr schöner Spaziergang von ca. 3 Stunden. Obwohl es Mittwoch Vormittag ist, außerdem Nebensaison bzw. Regenzeit, und bewölkt, sind viele Menschen unterwegs, die hier joggen, Rad fahren oder einfach flanieren, und die oft sehr sparsam bekleidet sind. Ich kann mir jedenfalls lebhaft vorstellen, was hier los ist, wenn Hochsaison oder Wochenende ist. Nur die Fitness-Inseln, also die Geräte zum Trainieren von Klimmzügen usw. sind leider recht verwaist – ich hätte ja nichts dagegen, dort den einen oder anderen schnuckeligen Brasilianer trainieren zu sehen. Aber man kann ja nicht alles haben…
Während der ganzen Reise haben wir nur „anständig“ und „züchtig“ gekleidete Menschen gesehen, und hier nun zeigt sich die brasilianische Freizügigkeit durch knappe Hosen, freie Oberkörper und Bikinis.

Den Jesus können wir vom Strand aus übrigens ganz klein im Hintergrund sehen, aber er ist eingerüstet, weil er für die Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele, die hier 2012 und 2014 stattfinden werden, renoviert wird.

Um 12 Uhr sind wir wieder am Hotel, und da der Transferbus uns erst um 13 Uhr abholt, nutze ich die Gelegenheit, düse aufs Zimmer, schnappe mir Badehose und Handtuch und springe nochmal in den Atlantik. Das Wasser ist wunderbar erfrischend, nur ist die Strömung extrem stark, so dass man nur bis etwas über den Bauchnabel ins Wasser gehen kann, wenn man nicht Gefahr laufen will, dass der Sog einem die Füße unter den Beinen wegzieht. Sogar die Sonne kommt nochmal kurz durch, und sorgt so für eine wunderschöne Stimmung kurz vor dem Abflug nach Hause.

Um 13 Uhr steht dann pünktlich der Bus vor dem Hotel und wir laden unser Gepäck ein und fahren zum Flughafen. Das einchecken gestaltet sich etwas schwierig, denn eigentlich sollen wir bis Hamburg durchchecken können – eigentlich. Obwohl die TAM ab dem Sommer 2010 zur Star Alliance gehört, und obwohl die Schnittstelle zu den Lufthansa-Rechnern schon vorhanden sein soll, gelingt es meiner Schalterangestellten auch mit Hilfe ihres Vorgesetzten nicht, das Gepäck bis Hamburg durchzuchecken, so dass ich es in Frankfurt wieder in Empfang nehmen und nochmal einchecken muss. Aber dafür haben Thorsten und ich, weil wir um Plätze mit etwas mehr Beinfreiheit gebeten haben, für den Flug von Rio nach Sao Paulo (Flug Nr. JJ 8028) in einem A320 Plätze in der Business-Class bekommen. Der Flug dauert zwar nur etwas mehr als eine Stunde (planmäßiger Abflug um 16:15 Uhr, Ankunft in Sao Paulo um 17:25 Uhr), und der Service ist der gleiche wie in der Economy, aber immerhin haben wir mehr Platz zwischen den Sitzen, die Sitze sind bequemer und größer, und die Beinfreiheit ist fantastisch. Der Flug hat ca. 45 Minuten Verspätung, aber da wir in Sao Paulo sowieso eine Umsteigezeit von fast 4 Stunden hatten, ist dies kein Problem. Wir überbrücken die Zeit bis zum Abflug in dem kleinen Warteraum, und schlendern gefühlte 20 mal an den zwei / drei kleinen Lädchen vorbei.

Rückblick auf Rio de Janeiro

Für den weiteren Flug wurden uns Plätze am Notausgang versprochen, aber wie sich herausstellen wird, haben wir noch nicht mal zusammenhängende Plätze bekommen, aber immerhin habe ich, wie von mir gewünscht, einen Gangplatz.

In Sao Paulo wird die Wartezeit von ca. 3,5 Stunden sehr lang, denn der Transferbereich in diesem Flughafen ist immernoch so winzig und schlecht ausgestattet wie während des Hinflugs, und so laufen wir wie die Tiger im Käfig auf und ab und schlagen uns die Zeit zwischen den beiden Flügen tot. Die Duty-Free-Shops haben auch nichts spannendes im Angebot, und das Essen, was es in den Imbissen gibt, ist teuer und dafür sehr unspektakulär. Zeitschriften und Bücher gibt es in dem gesamten Transfer-Bereich nicht zu kaufen, sonst hätte ich mir sofort einen Spiegel oder eine deutschsprachige Tageszeitung gekauft.

Der Abflug der Maschine (Flug Nr. JJ8070) nach Frankfurt verzögert sich um ca. 1 Stunde (geplant war 22:20 Uhr), weil wir Probleme mit der Programmierung der Maschine haben. Danach läuft aber alles reibungslos. Zum Abendessen gibt es Hähnchengeschnetzeltes mit Kartoffelpüree und Brokkoli, dazu einen Salat und einen Flan zum Nachtisch.

Jan und Paul sitzen nicht all zu weit von mir entfernt, aber zum Glück getrennt voneinander, und haben sich deshalb auf dem Flug recht brav verhalten. Der eine Flugbegleiter spricht Paul darauf an, dass er ihn kennen würde und er der Mann sei, der vor ca. 4 Wochen von Frankfurt nach Sao Paulo geflogen sei. Paul fand es lustig, dass der Begleiter sich an ihn erinnert, mir wäre es abgrundtief peinlich, wenn sich wegen meines Benehmens der Flugbegleiter, der jeden Tag hunderte neuer Gäste sieht, sich noch nach 4 Wochen an mich erinnern würde.

Auf diesem Flug kann ich trotz der halben Schlaftablette, die ich nach dem Essen nehme, nicht so richtig gut schlafen. Das ist aber vielleicht, um den Jetlag in den Griff zu bekommen, gar nicht so schlecht, denn so bin ich heute, wenn ich in Hamburg bin, sicher so platt, dass ich direkt zur „richtigen“ Zeit ins Bett gehen kann. Außerdem habe ich in Frankfurt vielleicht ein wenig Zeit zum Dösen.

Ich sitze an einem Gangplatz in der Mittelinsel, und auf dem anderen Gangplatz dieser Reihe sitzt Beate. Die beiden Plätze zwischen uns bleiben bis kurz vor dem Abflug frei, und wir malen uns schon aus, wie wir es uns hier in dem ansonsten recht vollen Flugzeug gemütlich machen, da kommt eine Mutter mit ihrem Baby, und setzt sich zwischen uns. Ich befürchte schon das schlimmste, und male mir aus, wie ich die Nacht neben einem quengelnden oder weinenden Baby verbringe, aber das Kind ist total ruhig und schläft fast sofort nach dem Abendessen ein und gibt keinen Mucks mehr von sich.

Nach der nahezu pünktlichen Ankunft in Frankfurt gegen 15 Uhr verläuft sich die Gruppe relativ schnell, und wir verabschieden uns voneinander am Gepäckband. Thorsten und ich checken erst mein Gepäck wieder nach Hamburg ein, und gehen dann im Starbucks noch einen Kaffee trinken, bevor ich ihn zu seinem Zug bringe.
Anschließend esse ich noch ein kleines Abendessen bei McDonalds, und steige dann in den knallvollen Flieger nach Hamburg, der um 19.30 Uhr abfliegt und um 20:30 Uhr in Hamburg landet.

In Hamburg erwarten mich dann Mike und Daniela als Begrüßungskommittee – Ich freue mich riesig, und bin im Nu in den eigenen vier Wänden. Kaputt, aber glücklich und zufrieden bin ich gegen 21.30 Uhr wieder zu Hause in Hamburg.

Die Reise ist vorbei, und ich beende die Reise, wie ich sie auch begonnen habe: Am nächsten Morgen gehe ich im Café an der S-Bahn Hasselbrook ausgiebig frühstücken.

Über den Wolken…

ROTEL-Reise „Expeditionsreise Andenhochland“: Epilog