Route Tag 5

Route Tag 5

Heute dürfen wir also nach dem anstrengenden Tag gestern eine Stunde länger schlafen und werden erst um 7 Uhr geweckt. Frühstück ist dann um 8 Uhr, und um 9 Uhr wollen wir Richtung Pisaq fahren, aber Jens fehlt. Er wollte nach dem Frühstück nur noch kurz zum Briefkasten und in die Stadt, wollte aber pünktlich zur Abfahrt wieder am Hotel sein, doch von Jens keine Spur. Wir warten bis 9.25 Uhr, und fahren dann ohne Jens los. Wie wir später erfahren haben, bog er keine 3 Minuten später um die Ecke, denn er hatte 9.30 Uhr als Abfahrtzeit im Kopf. Rita bietet ihm noch an, ihn in den Linienbus nach Pisaq zu setzen, damit er dann zu uns stoßen kann, aber er entscheidet sich, auf diesen Ausflug zu verzichten und den Tag doch lieber im Hotel und in Cusco zu verbringen.

Da die Brücke über den Urubamba-Fluss bei Pisaq von den Überschwemmungen zerstört und noch nicht wieder aufgebaut wurde, können wir nicht direkt nach Pisaq fahren, sondern müssen den Fluss in der Stadt Urubamba überqueren, ein Umweg von ca. 70 Kilometern.

Pisaq ist eine alte Inkastadt mit großen Terrassenfeldern, sowie einem Höhlen-Friedhof. Die Toten wurden hier in einer Steilwand in Höhlen beerdigt. Von den Gräbern sind nur noch die Höhlen erhalten geblieben; die Grabbeigaben wurden bereits vor langer Zeit geplündert. Die ganze Anlage umfasste Häuser, Paläste und Tempel und erstreckte sich über ein riesiges Areal von mehreren Quadratkilometern. Einige der Ruinen sehen so aus, wie ich mir die Burg Schreckenstein früher als Kind immer vorgestellt habe: Total verwittert, und mit Flechten und Moosen bewachsen. Durch einen 16 Meter langen Gang, der durch den Fels getrieben wurde, gelangt man zum zweiten Teil der Anlage, von dem aus sich ein wunderschöner Blick über das Tal bietet.

Auf dem Rückweg essen wir gegen 15 Uhr in einem kleinen Restaurant zu Mittag. Es gibt ein Buffet mit Peruanischen Spezialitäten, mit Rindfleisch in dunkler Sauce, mit Hack gefüllten Paprikaschoten, Geflügel in dunkler Sauce mit Reis, Mais-Salat mit Avocado und Zwiebeln, Krautsalat, usw. Zum Nachtisch gibt es Pudding mit Zwetschgen, Kokosplätzchen, Karamell-Flan und Küchlein, dazu ein kühles Bier, und den starken Kaffee, den es auch in den letzten Tagen morgens schon zum Frühstück gab. Dieser Kaffee ist extrem stark gebrüht, muss nach Belieben mit heißem Wasser verdünnt werden, und schmeckt mir „Kaffeetante“ wunderbar.

Auf der Fahrt nach Pisaq fallen mir die zahlreichen streunenden Hunde auf, die quasi überall rumlaufen, in der Sonne faulenzen oder den Müll nach Fressbarem durchsuchen, ganz besonders in den Randbezirken der Städte und in den Dörfern. In der Innenstadt von Cusco sieht man dagegen nicht einen einzigen streunenden Hund. Diese Hunde werden uns die nächsten Tage in Peru und Bolivien weiter begleiten, erst in Argentinien sehen wir nicht mehr so viele frei laufende und verwahrloste Hunde.

Nach der Rückkehr nach Cusco haben wir Freizeit, und ich schlendere durch die Stadt, unter anderem auch zum berühmten zwölfeckigen Stein der Inkas, der in eine Mauer eingebaut ist. Direkt hinter dieser Gasse liegt das Künstlerviertel von Cusco, in dem man sehr schöne Alpaka-Kleidung, Souvenirs, Kunsthandwerk und Bilder ansehen und kaufen kann.

Die ganze Stadt macht einen sehr sauberen Eindruck; obwohl es kaum Mülleimer gibt, liegt wenig Müll in den Straßen. Außerdem ist sehr viel Polizei, Touristenpolizei und Sicherheitskräfte unterwegs, die für die Sicherheit der Touristen Sorgen sollen.

Zum Abendessen gibt es eine Gemüsesuppe, danach Rindfleisch mit Süßkartoffeln und Reis, und zum Nachtisch Crêpes mit Bananen und Orangensauce.
Das Peruanische Nationalgetränk ist Pisco Sour, ein Schnaps mit Limonen, Zucker, aufgeschäumtem Eiweiß und etwas Zimt. Er schmeckt zunächst wegen des Eiweiß etwas gewöhnungsbedürftig, ist aber doch recht lecker – etwa wie mit Sahne gemischter Saurer.

Tag 6, 6. April 2010, Dienstag: Über Sillustani nach Puno